7. Rallyetag, 24.12.2009, Heilig Abend

An dem Campingplatz in Marakesch sind wir dann noch einen weiteren Tag geblieben. Haben mal einige Sachen gewaschen und mal versucht die Autos besser zu packen. Am späteren Nachmittag wollten wir eigetnlich mit dem Taxi nach Marakesch rein, aber das bestellte Taxi hat zwei Stunden gebraucht. Der vom Campingplatz hat dann zwei andere organisiert.

"Jamma el Fna" - oder - "Der Platz der Gehängten"
"Jamma el Fna" - oder - "Der Platz der Gehängten"

In Marakesch waren wir dann auf dem Gauklermarkt, der sich auf arabisch „Jamma el Fna“  nennt, was soviel wie „Der Platz der Gehängten“ heißt. An einem der Essensstände haben wir recht lecker gegessen und pappsüßen Pfefferminztee getrunken. War aber echt gut. Nach einigem weitern Schlendern auf dem Markt – bei Regen übrigens – suchten wir ein Internetcafe auf und aktualisierten mal den Blog etc. Alle waren recht fertig und keiner hatte eigentlich mehr so recht Lust, aber wir habens durchgezogen.

Pappsüßer Pfefferminztee - heiß! :-)
Pappsüßer Pfefferminztee - heiß! :-)

Am nächsten Tag – Donnestag der 24.12.09, Heiligabend, es hat ausserdem ausnahmsweise mal nicht geregnet – gings dann zeitig auf ins Atlasgebirge. Eine relativ kurze Fahrstrecke durch Marakesch und bischen weiter gings dann auf in ein „Skigebiet“. Wir fuhren eine lange Passstraße hoch die immer schlechter wurde, bis wir oben plötzlich unter einem Skilift standen. Dort haben uns die Berber belagert und wollten uns hunderte von Ketten und Steinkamelen verkaufen. Bei einigen hamm’ses auch geschafft… Weiter gings nach einem guten Essen oben an der Passhöhe auf einem Weg der uns von den Einheimischen erklärt worden war. „Nur mit Allradfahrzeugen zu befahren“

Subaru im Antiatlas
Subaru im Antiatlas

Diese Fahrt war der Hammer! Wir sind mehrer Stunden die 2500 Höhenmeter die wir vorher über die Passstraße raufgefahren sind über einen Fels- und Steinweg der sich zum Schluss noch in einen Lehmweg verwandelte runtergefahren. Das war wirklich spannend. Der Lehmweg war ausserdem dermaßen glitschig, das es echt schwierig war selbst mit Allrad darauf zu fahren. Schließlich hat es ja die letzten Tage auch immer geregnet.

Das war aber noch nicht alles für den Tag, wir mussten danach noch einen Pass queren der in der Karte als schwierige und gefährliche Strecke eingestuft war. Ausserdem wurde es Nacht und es begann wieder zu regnen. Perfekt! Eine schmale Passstraße in der Nacht bei Regen und mit Steinen und Felsgeröll übersät von der Größe eines Toasters, über Fernsehergröße bis zu Smartgröße. Es war eine reine Slalomfahrt auf dieser Straße. Man musste äusserst konzentriert fahren. Aber der Tobi hat das super gemeistert.

Als wir dann Fahrerwechsel gemacht haben hatte ich noch eine Kurve zu fahren und dann ging die Straße im ganzen Ernst nur noch geradeaus. Kilometerlang!

Überflutete Straße (am nächsten Tag)
Überflutete Straße (am nächsten Tag)

Unser Ziel für diesen Tag war Taroudannt das wir heute aber nicht mehr erreichen sollten. So, ca. 25 km vor dem Ziel kamen wir an eine Brücke die von der Polizei gesperrt worden war. Das Rinnsal das eigentlich durch diese Brücke fließt ist zu einem reißenden Strom geworden und hat die Brücke mit einer Wassertiefe von mindestens 80 cm sowie einer lebensgefährlichen Strömung überschwemmt. Für uns mit dem Subaru war da an kein durchkommen mehr zu denken. Der Scholz und der Sigi mit dem Patrol sind trotzdem durchgefahren. Habens auch geschafft, aber es war schon wirklich gefährlich. (Leider gibts kein Bild davon)

Heilig Abend mit Glühwein und Platzerl
Heilig Abend mit Glühwein und Platzerl

Glücklicherweise war genau an der Brücke auch ein kleines Dorf mit einer Dorfkneipe. So beschlossen wir sowie der Günter, der Norbert und der Marc – der mit seinem Golf da auch nie durchgekommen wäre – spontan in dieser Dorfkneipe Weihnachten zu feiern. Der Wirt erlaubte uns unsere Nudeln dort zu essen und unseren Glühwein zu trinken. Wir haben ihm ausserdem einige Tees abgekauft. Günter hat dann seine Gitarre ausgepackt und wir sangen Stille Nacht. Danach gabs Bescherung mit Glühwein und Nudeln. Viele praktische Sachen von Anias Eltern, eine Kette für Ania, ein Kappi für Felix. Mit Wein vom Marc und Musik von Günters Gitarre und meiner Mundharmonika hatten wir den ganzen Abend eine wirklich gute Stimmung! So wie es an Heilig Abend auch sein sollte, herzlich und gut gelaunt. Nach recht langer Zeit tauten auch die Marokkaner in der Kneipe auf und wir kamen ins Gespräch, das sich hauptsächlich durch die Musik definierte. Zu bemerken ist das die alle ohne Ausnahme den ganzen Abend ohne menschliche Kommunikation in den Fernseher gestarrt haben der ohne Ton mit arabischen Untertiteln lief. Daneben Musik wenn nicht grade wir Musik gemacht haben. Zu recht später Stunde waren dann wir und die andern plötzlich auf der improvisierten Tanzfläche und haben gemeinsam unser bestes getan. Ich denke diesen Abend werden die Dorfbewohner so schnell nicht vergessen, wie auch wir dieses Weihnachten sicher nicht so schnell vergessen werden. Es war trotz Abwesenheit von daheim ein schönes und herzliches Fest. So gesehen hat uns der Regen diesen wunderbaren Abend beschert. Hätten wir wegen der Brücke nicht stehen bleiben müssen wären wir nie in dieser Kneipe gelandet.


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