23. Tag, Auto verkaufen

Am Samstag den 9. Januar hies es dann für uns das Auto zu verkaufen. Nachdem wir schon während der Rallye erfahren haben das die Autos nicht wie geplant versteigert werden sollen, sondern wir selbst unser Auto jetzt verkaufen müssen legten wir gleich am Vormittag los.
An dieser Stelle muss gesagt werden das es uns schon etwas geärgert hat das die von den Organisatoren angekündigte Versteigerung ausgefallen ist und das eigentliche Ziel den Erlös aus der Versteigerung einem Waisenhaus zukommen zu lassen dadurch gar nicht möglich wurde. Noch dazu da sich das Waisenhaus noch ca. 300 km von Bamako entfernt befand.

Flohmarkt in Bamako
Flohmarkt in Bamako

Für uns hies das am Vormittag erst mal die Autos leer zu bekommen. Dazu öffneten wir vor unserem Hotel unsere Kofferraumklappen und stellten alle noch übrigen Kisten mit unseren restlichen Ausrüstungsgegenständen neben den Autos auf den Boden. Von da an nahm der ab jetzt geöffnete „Flohmarkt“ seinen Lauf. Binnen kürzester Zeit war eine große Menschetraube um unsere Autos versammelt, welche unsere Schätze inspizierten. So wurde über dies und jenes verhandelt und je nach Preisvorschlägen gingen dann unsere CDs, Feuerlöscher (die in Mauretanien Vorschrift sind), Abschleppgurte, Werkzeug oder was wir sonst noch dabei hatten gegen kleines Geld über den improvisierten Ladentisch. So hatten wir nach ca. einer Stunde fast unsere komplette Ausrüstung verkauft. Den Rest (ja – es war immer noch etwas da…) stellten wir ins Hotel. Dann begaben wir uns auf die Suche nach einem Autokäufer. Wir besuchten die anderen Rallyeteilnehmer in ihrem Hotel wobei es grade eine halbe Minute dauerte bis uns auf dem Parkplatz jemand frage ob wir das Auto verkaufen würden.
Wir kamen ins Gespräch und ab dem Zeitpunkt mussten wir sehr sehr viel Geduld aufbringen. Den ab jetzt hies es „ich kenn einen, der einen kennt, der einen kennt, der einen kennt, und dessen Onkel kauft unser Auto“…
Wir wartete zum Teil mehrere Stunden bis dann wieder einer auftauchte der uns zum nächsten bringen sollte.
So landeten wir am späten Abend gegen 22 Uhr bei einem französischem Händler in dessen Haus der uns dann nach drei weiteren Stunden versicherte, er kommt morgen mit dem Geld zu uns ins Hotel und kauft uns unser Auto ab. Das Problem an dieser Odyssee war das es Wochenende war und keiner der Händler Geld auftreiben konnte, weil ja alle Banken zu hatten… blöd, aber mei.
Wir tranken noch ein, zwei Bierchen daheim und dann war erst mal Feierabend.

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